Insektenpolizei im Wald
Waldameisen ernähren sich vor allem von Honigtau, einem zuckerhaltigen Saft, der von Blattläusen ausgeschieden wird. Sie fressen aber auch Insekten und Spinnentiere. Dadurch schützen sie den Wald vor Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Indem sie seine Massenvermehrung verhindern, stabilisieren sie das ökologische Gleichgewicht des Waldes.
Trotz ihrer geringen Körpergröße sind Waldameisen beeindruckende Baumeister. Ein Ameisenhaufen kann bis zu 2 Meter aus der Erde ragen, unter der Erde ist das Nest mindestens noch einmal so groß. Es besitzt ein weit verzweigtes Gangsystem mit vielen Ein- und Ausgängen. Diese werden bei Regen und Kälte verschlossen und bei hohen Temperaturen geöffnet. So können Temperatur und Feuchtigkeit reguliert werden.
Als gefährdete Art steht die rote Waldameise in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und daher unter besonderem Schutz. Die Zerstörung von Ameisenhaufen ist verboten.
Aufgabenverteilung im Ameisenstaat
Die geflügelte Königin ist die größte Ameise im Staat. Sie legt pro Tag bis zu 300 Eier. Dazu muss sie nur ein einziges Mal begattet werden. Die Samen bewahrt sie in einer Samentasche auf, sodass sie für den Rest ihrer etwa 20jährigen Lebenszeit ihre Eier selbst befruchten kann.
Die flügellosen Arbeiterinnen suchen als Außendienstameisen nach Nahrung, pflegen als Ammenameisen die Larven und Pup- pen sowie die Königin oder bauen am Nest und verteidigen es als Soldatinnen.
Die einzige Aufgabe der geflügelten Männchen ist die Begattung von Jungköniginnen während des Hochzeitsfluges. Danach wer- den sie aus dem Stock vertrieben und sterben kurz darauf.